Weitere Hinweise auf Behördenversagen vor Attacke in Aschaffenburg

    Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (Archiv) / Foto: über dts Nachrichtenagentur

    Im Fall des Attentäters von Aschaffenburg, der nicht nach Bulgarien zurückgeschickt wurde, weil Deutschland dafür die Halbjahresfrist verpasst hatte, gibt es neue Hinweise auf ein Trödeln der Behörden. Nachdem bereits das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (Bamf) eingeräumt hatte, im Juli 2023 das Land Bayern 22 Tage zu spät darüber informiert zu haben, dass die Abschiebung möglich gewesen wäre, zeigt sich laut eines Berichts des "Spiegel" nun auch ein Versäumnis zu Beginn der Sechsmonatsfrist. Demnach stellte Enamullah O. seinen Asylantrag im bayerischen Ankerzentrum Unterfranken bei Schweinfurt, wo er am 6. Dezember 2022 eingetroffen war, nicht wie üblich zwei Wochen nach seiner Ankunft, sondern erst nach mehr als drei Monaten, am 9. März 2023. Ohne Asylantrag aber konnte das vorgeschriebene Dublin-Verfahren, das einer Rücküberstellung nach Bulgarien vorausgehen muss, nicht starten. 34 Tage - vom 3. Februar bis zum 9. März 2023, dem Tag der Antragstellung - lagen innerhalb der Sechsmonatsfrist des Dublin-Verfahrens. Dafür, dass ein Asylbewerber beim Bamf erscheint, um seinen Asylantrag zu stellen, ist das Ankerzentrum des jeweiligen Landes zuständig, in diesem Fall Bayern.

    Die Einrichtung hatte einen ersten Termin für den 7. Februar 2023 mit dem Bamf vereinbart, zwei Monate nach der Ankunft von Enamullah O. in Bayern. Diesen Termin ließ der Asylbewerber platzen; er erschien nicht. Den nächsten Termin am 9. März, der dann tatsächlich stattfand, organisierte das Bamf selbst.

    Letzte Kommentare:

    SVZ news25adbaner

    Börse

    Der Dax ist am Donnerstag freundlich in den Handelstag gestartet. Gegen 9:30 Uhr wurde der deutsche Leitindex mit 24.170 Punkten berechnet, ein Plus von 0,5 Prozent im Vergleich zum Vortagesschluss. An der Spitze der Kursliste standen Continental, Siemens und Mercedes-Benz. Am unteren Ende befanden sich die Aktien der Deutschen Telekom, von Eon und... [ Weiter... ]

    Finanzmärkte aktuell

    SVZ mod_news25adgoogle1