Missbrauch: Experten fürchten Paralleljustiz durch Kommission

    Justicia (Archiv) / Foto: über dts Nachrichtenagentur

    Familienrechtler und Psychologen kritisieren ein Gesetzesvorhaben des Bundesfamilienministeriums, das den Schutz von Kindern und Jugendlichen vor sexueller Gewalt verbessern soll. Das berichtet der "Spiegel". So sieht der Entwurf etwa vor, dass Betroffene, aber auch Personen, die ein berechtigtes Interesse belegen können, leichter Akten des Jugendamts oder von Heimen einsehen können. Bei einer individuellen Aufarbeitung der Gewalt können Betroffene von einem Gremium unterstützt werden, der Aufarbeitungskommission.

    Sie besteht seit 2016 und soll nun dauerhaft eingerichtet werden. Die Deutsche Gesellschaft für Psychologie kritisiert in einer Stellungnahme, es bestehe "die konkrete Gefahr einer Ablösung der Wahrheitsfindung von strafprozessualen Standards". Auch der Deutsche Familiengerichtstag fürchtet "Parallelstrukturen", bei denen es fraglich sei, ob sie "einen sinnvollen Beitrag zum Kinderschutz" leisten könnten. So könnten trotz eines Freispruchs in einem Strafverfahren "verschiedene staatliche Stellen zu unterschiedlichen Ergebnissen gelangen", was zu einer "faktischen Verurteilung" führen könne. Dem Ministerium nach soll der Entwurf Ende Mai im Bundeskabinett diskutiert werden.

    Letzte Kommentare:

    SVZ news25adbaner

    Börse

    Der Dax ist am Donnerstag freundlich in den Handelstag gestartet. Gegen 9:30 Uhr wurde der deutsche Leitindex mit 24.170 Punkten berechnet, ein Plus von 0,5 Prozent im Vergleich zum Vortagesschluss. An der Spitze der Kursliste standen Continental, Siemens und Mercedes-Benz. Am unteren Ende befanden sich die Aktien der Deutschen Telekom, von Eon und... [ Weiter... ]

    Finanzmärkte aktuell

    SVZ mod_news25adgoogle1